Chronik
Die Entstehungsgeschichte
Alles begann damit, daß sich zum ersten Mal am 10.01.92 eine Handvoll Jugendlicher mit einigen kompetenten Erwachsenen traf und beschloß, ein Jugendblasorchester in Meitingen zu gründen. Ab diesem Zeitpunkt wurde oft bis spät in die Nacht im Hause von H. Möckl diskutiert, Gesetze und Mustersatzungen überprüft, bis man endlich ,,Die Satzung" für den neuen Verein gefunden hatte. Nach knapp zwei Wochen harter Arbeit war es dann endlich so weit:
Es fand am 21.01.92 in der Alten Post die Gründungsversammlung des Jugendblasorchesters Meitingen, mit gleichzeitiger Wahl der Vorstandschaft statt. Die zahlreichen Beitrittserklärungen zeigten, daß man auf dem richtigen Weg war.
Den ersten Auftritt hatten wir jedoch damals bereits hinter uns: ,,Das Spielen bei der Landesdelegiertentagung der Jungen Union in Meitingen, mit dem Besuch des bayerischen Innenministers Dr. Edmund Stoiber. Besonders stolz sind wir darauf, daß Herr Dr. Edmund Stoiber die Patenschaft für unseren Verein übernahm.
Seit dem 13.02.92 sind wir beim Finanzamt Augsburg als gemeinnütziger Verein anerkannt, und seit dem 07.05.92 im Vereinsregister des Amtsgericht Augsburg eingetragen.
Ein neuer Musikverein braucht auch einen Platz zum Proben Übergangsweise fanden wir im Pfarrheim der evangelischen Kirche in Meitingen Unterschlupf. Doch nach ein paar Wochen wurde uns von der Gemeinde Meitingen für den Einzelunterricht das Rathaus und für unsere Gesamtproben die Gemeindehalle zur Verfügung gestellt. Geradezu ideal für uns!
Bei uns wird jedoch nicht nur geprobt, sondern wir waren schon fleißig dabei, auch in der Öffentlichkeit zu spielen: z.B. Wertungsspiel in Kemnat in der Oberstufe, Serenade zugunsten der Aktion ,,Zünd ein Licht an", Straßenfest der Siedlergemein schaft Meitingen, Feuerwehrfest in Langenreichen und als Höhepunkt: Unser Gründungskonzert am 24.10.92.
Vorher gab es jedoch das nächste Problem zu bewältigen: Ein neugegründeter Musikverein braucht erst einmal Notenmaterial. Und an dieser Stelle wollen wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns durch seelische und finanzielle Hilfe über die ersten Anfangsschwierigkeiten hinweggeholfen haben. Alles in allem gesehen haben wir uns zwischenzeitlich schon recht gut gemausert, was jedoch nicht heißen soll, daß wir Hilfestellungen jetzt ablehnen. Und wenn wir jetzt auf ein dreiviertel Jahr Vereinsgeschichte zurückblicken, können wir sagen, daß sich doch alles recht gut bei uns eingespielt hat, und wir hoffen, das wir auch in Zukunft mit unseren großen und kleinen Schwierigkeiten ,,spielend" zurecht kommen.
Chaos bei den Möckl`s
Nachdem wir am Anfang unseres Bestehens als Jugendblasorchester ohne Räume für Einzelunterricht dastanden, erklärte sich Fam. Möckl bereit, ihr Wohnhaus dafür zu ,,opfern".Dort wurde dann im Keller, auf dem Dachboden, im Wohnzimmer, ect. versucht, zwischen Tischtennisplatte, Gefrierschrank, Keyboards, Hometrainer und Sofa zu unterrichten. Dies war für Schüler wie Musiklehrer leichter gesagt als getan. So blieben Aufgaben wie z.B. Türe öffnen, Telefon abnehmen und ähnliches den Musiklehrern überlassen, da Herr und Frau Möckl nebenbei, auch nach ihrem Beruf nachgehen und sich um ihre Familie kümmern mußten.Da auch die Nachwuchsbläser in Theorie unterrichtet werden sollten und für A- und B- Bläserprüfung gelernt werden mußte, kam es nicht selten vor, daß bis zu 30 Leute das Haus belagerten. Daß dabei oft chaotische Zustände herrschten und einem oft niemand sagen konnte, wer sich gerade wo aufhält, braucht man wohl nicht extra betonen. Hierbei ein ,,Herzliches Dankeschön" an die ganze Familie Möckl, daß wir in dieser schwierigen Anfangszeit Ihr Wohnhaus in Beschlag nehmen durften, und wir hoffen, daß ihnen keine seelischen Schäden (?) geblieben sind. Das ganze Chaos wurde dann Anfang März 1993 beendet, als uns die Marktgemeinde Meitingen, Räume im Rathaus bzw. in der Bücherei zur Verfügung stellte.
Die Marschprobe
Da wir im Sommer doch einige Auftritte hatten, bei denen wir marschieren mußten, hielten wir es für angebracht eine Marschprobe abzuhalten. Also trafen wir uns am 22.04.92 um 19.00 Uhr auf dem Sportplatz in den Lechauen. Dort mußten wir natürlich erst mal auf unseren Dirigenten warten. Als dieser eintraf, hatten wir unsere Instrumente schon ausgepackt und uns marschfertig gemacht Gurte angelegt, Marschgabeln befestigt, ect.).Nachdem wir uns aufgestellt und ausgerichtet hatten, ging es erst mal ohne musizieren los. Das ganze glich zwar eher einem ,"Schlachtfeld" aber nach und nach liefen wir dann doch im Gleichschritt. So muß es sich ungefähr die nächste halbe Stunde angehört haben: ,,Im Gleichschritt, marsch, geradeaus, links-rum, rechts-rum, im Kreis, geradeaus, und wieder links-rum, rechts und auf der Stelle laufen und weiter geradeaus,..."Alles schön und gut, aber marschieren allein genügt leider nicht. Jetzt mußte das Ganze noch vertont werden. Aber das war dann doch nicht mehr so schlimm. Denn wenn man im laufen ist, dann kann eigentlich nich mehr viel passieren; außer die große Trommel gibt den verkehrten Takt an.Und nachdem wir mindestens 10 mal um Herrn Möckl's Wohnmobil rumgelaufen sind und es von allen Seiten begutachtet hatten, waren wir fast perfekt im Marschieren und gerüstet für unseren ersten Umzug.
Es "möckelt" schon wieder
Ich darf wohl annehmen, daß allen Lesern, zumindest nach dem Gründungskonzert, bekannt ist, daß der Dirigent des Jugendblasorchesters Meitingen Walter Möckl heißt. Soweit dürfte einmal alles klar sein. Haben Sie jedoch auch gewußt, daß er, außer seine Schüler in der Grundschule, auch Musiker jenes Blasorchesters unterrichtet? Er hat darin sogar schon viel Erfahrung, denn als Musiklehrer versucht er schon seit 1971 seinen Schülern das Spielen beizubringen (was ihm auch mehr oder minder gut gelingt). So lernt man z.B. spielend, daß Walter Möckl einen Hang zum ,,Ratschen" hat, womit sich, wenn man mal nicht geübt hat, leicht die Stunde verzögern läßt, so daß man ums Spielen nahezu herumkommt. Aber man lernt auch das schnelle anfangen, wenn er mal wieder seine ,"Hektikphase" bekommt und ganz nebenbei auch noch die schwierige Kunst des ,,leise Explodierenlassens" eines Tones (gibt's das?). Nach dem Motto ,,Die Artikulation bestimme ich" kann man sich auch nicht immer auf das was auf dem Notenblaft steht verlassen, denn dies wird des öfteren verändert ("Da steht aber breit' , Is mir egal, du spielsch's kurzl"). Aber ansonsten muß man wirklich sagen, daß unser zur Zeit 38-jähriger Trompeten-,Posaunen und Tubalehrer auch einen sehr , großen Anreiz auf unsere Lachmuskeln ausübt und nicht zuletzt deshalb glaub' ich auch sehr beliebt ist. Es ist bestimmt noch keine Musikstunde bei ihm langweilig oder uninteressant gewesen, und als Inhaber des ,"B-/Scheins" (höchstmögliche Prüfung die man ohne Musikstudium absolvieren kann) hat Walter Möckl sicherlich auch die Fähigkeit uns seine musikalischen Vorstellungen zu vermitteln. Da er diese auch als Dirigent immer wieder unter Beweis stellt sind wir wirklich sehr zufrieden mit ihm und hoffen, daß er uns noch lange erhalten bleibt.