Die Entstehungsgeschichte

Chaos bei den Möckls

Nachdem wir am Anfang unseres Bestehens als Jugendblasorchester ohne Räume für Einzelunterricht dastanden, erklärte sich Fam. Möckl bereit, ihr Wohnhaus dafür zu ,,opfern". Dort wurde dann im Keller, auf dem Dachboden, im Wohnzimmer, ect. versucht, zwischen Tischtennisplatte, Gefrierschrank, Keyboards, Hometrainer und Sofa zu unterrichten. Dies war für Schüler wie Musiklehrer leichter gesagt als getan. So blieben Aufgaben wie z.B. Türe öffnen, Telefon abnehmen und Ähnliches den Musiklehrern überlassen, da Herr und Frau Möckl nebenbei, auch noch ihrem Beruf nachgehen und sich um ihre Familie kümmern mussten. Da auch die Nachwuchsbläser in Theorie unterrichtet werden sollten und für A- und B- Bläserprüfung gelernt werden mußte, kam es nicht selten vor, dass bis zu 30 Leute das Haus belagerten. Dass dabei oft chaotische Zustände herrschten und einem oft niemand sagen konnte, wer sich gerade wo aufhält, braucht man wohl nicht extra betonen. Hierbei ein ,,Herzliches Dankeschön" an die ganze Familie Möckl, dass wir in dieser schwierigen Anfangszeit Ihr Wohnhaus in Beschlag nehmen durften, und wir hoffen, dass ihnen keine seelischen Schäden (?) geblieben sind. Das ganze Chaos wurde dann Anfang März 1993 beendet, als uns die Marktgemeinde Meitingen, Räume im Rathaus bzw. in der Bücherei zur Verfügung stellte.

Die Marschprobe

Da wir im Sommer doch einige Auftritte hatten, bei denen wir marschieren mussten, hielten wir es für angebracht eine Marschprobe abzuhalten. Also trafen wir uns am 22.04.92 um 19.00 Uhr auf dem Sportplatz in den Lechauen. Dort mussten wir natürlich erst mal auf unseren Dirigenten warten. Als dieser eintraf, hatten wir unsere Instrumente schon ausgepackt und uns marschfertig gemacht, Gurte angelegt, Marschgabeln befestigt, ect.). Nachdem wir uns aufgestellt und ausgerichtet hatten, ging es erst mal ohne musizieren los. Das Ganze glich zwar eher einem "Schlachtfeld", aber nach und nach liefen wir dann doch im Gleichschritt. So muss es sich ungefähr die nächste halbe Stunde angehört haben: "Im Gleichschritt, marsch, geradeaus, links-rum, rechts-rum, im Kreis, geradeaus, und wieder links-rum, rechts und auf der Stelle Laufen und weiter geradeaus,... "Alles schön und gut, aber marschieren allein genügt leider nicht. Jetzt musste das Ganze noch vertont werden. Aber das war dann doch nicht mehr so schlimm. Denn wenn man im laufen ist, dann kann eigentlich nicht mehr viel passieren; außer die große Trommel gibt den verkehrten Takt an. Und nachdem wir mindestens 10 mal um Herrn Möckl's Wohnmobil rumgelaufen sind und es von allen Seiten begutachtet haben, waren wir fast perfekt im Marschieren und gerüstet für unseren ersten Umzug.

Es "möcklt" schon wieder

Ich darf wohl annehmen, dass allen Lesern, zumindest nach dem Gründungskonzert, bekannt ist, dass der Dirigent des Jugendblasorchesters Meitingen Walter Möckl heißt. Soweit dürfte einmal alles klar sein. Haben Sie jedoch auch gewusst, dass er, außer seine Schüler in der Grundschule, auch Musiker jenes Blasorchesters unterrichtet? Er hat darin sogar schon viel Erfahrung, denn als Musiklehrer versucht er schon seit 1971 seinen Schülern das Spielen beizubringen (was ihm auch mehr oder minder gut gelingt). So lernt man z.B. spielend, dass Walter Möckl einen Hang zum "Ratschen" hat, womit sich, wenn man mal nicht geübt hat, leicht die Stunde verzögern lässt, so dass man ums Spielen nahezu herumkommt. Aber man lernt auch das schnelle Anfangen, wenn er mal wieder seine "Hektikphase" bekommt und ganz nebenbei auch noch die schwierige Kunst des "leise Explodierenlassens" eines Tones (gibt's das?). Nach dem Motto "Die Artikulation bestimme ich" kann man sich auch nicht immer auf das, was auf dem Notenblatt steht, verlassen, denn dies wird des Öfteren verändert ("Da steht aber breit", "Is mir egal, du spielsch's kurz"). Aber ansonsten muss man wirklich sagen, dass unser zur Zeit 38-jähriger Trompeten-, Posaunen- und Tubalehrer auch einen sehr großen Anreiz auf unsere Lachmuskeln ausübt und nicht zuletzt deshalb glaube ich auch sehr beliebt ist. Es ist bestimmt noch keine Musikstunde bei ihm langweilig oder uninteressant gewesen und als Inhaber des ,"B-/Scheins" (höchstmögliche Prüfung, die man ohne Musikstudium absolvieren kann) hat Walter Möckl sicherlich auch die Fähigkeit uns seine musikalischen Vorstellungen zu vermitteln. Da er diese auch als Dirigent immer wieder unter Beweis stellt, sind wir wirklich sehr zufrieden mit ihm und hoffen, dass er uns noch lange erhalten bleibt.